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Gospel & More in der Neu-Ulmer Friedenskirche
Gospel & More aus Nersingen

Gospel & More begeistert bei Konzert in Neu-Ulmer Friedenskirche

Die Friedenskirche ist mit mehr als 300 Gästen schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn überfüllt. Gospel & More überzeugt in zwei Stunden und animiert zum Mitmachen. Ein toller Abend mit einem mutmachenden Bericht eines jungen Querschnittsgelähmten aus seinem Leben,

Ihnen liegt Musik im Blut. Denn Gospel tragen sie nicht nur in der Stimme, sondern auch im Herzen. Das bewiesen die  Sänger und Sängerinnen des Nersinger Ensembles gospel & more wieder einmal auf beeindruckender Weise am 28. Januar 2018 vor mehr als 300 Gäste  in der überfüllten Neu-Ulmer Friedenskirche.

Das Konzert war für 18:00 Uhr angesagt. Bereits eine halbe Stunde davor war es kaum noch möglich einen Sitzplatz zu finden. Das hat vielen nichts ausgemacht. Man stand  auch gerne am Rand. Schließlich gehören ja  Bewegung und Tanz zum Gospelgesang  dazu – beides geht besser im Stehen. Das Konzert startete wie gewohnt mit dem beschwingten Einmarsch des Chors. Gleich mit dem ersten Lied, „You’re not alone“ hatte er das Publikum in ihren Bann gezogen.

Wenn gospel & more unter der Leitung der Vollblutmusikerin Rosely Maia erklingt, fällt es schwer stillzusitzen.  „Mit Rosely Maia hat der Chor“, so Birgit Pfahler, eine der Solistinnen den Ensembles, „die für uns ideale Chorleiterin gefunden. Ihre Professionalität, ihr Temperament und ihre hohen Qualitätsansprüche spornen uns an, uns selbst zu übertreffen.“ Dass es den 26 Sängerinnen und Sängern immer wieder auf natürlicher Weise gelingt die Botschaft und den Geist der afro-amerikanischen „guten Nachricht“ einem Publikum in dem alle Altersgruppen gut vertreten sind,  so eindringlich und mitreißend nahe zu bringen, liegt nicht nur an der professionellen Leitung durch  Rosely Maia. Die Sänger verbindet – seit ziemlich genau 30 Jahren - die Liebe zum Gesang , der Glaube an die „gute Nachricht“ und das Herzblut mit dem sie sie singend, klatschend, tanzend, Freude und Rührung verbreitend kund tun.

Die Stimmen der Solistinnen Birgit Pfahler, Marina Mack, Patricia Scheffold, Natascha Eirich, Brigitte Hegele und Bettina Guss sowie des Solisten Alexander Seitz sorgten mal für Rührung und Besinnlichkeit, mal für beschwingtes Mitmachen. Schließlich hat gospel & more alle mitgerissen. Bei „Take the shackles of my feet so I can dance“ war es selbst für die ruhigeren im Publikum aus mit der Zurückhaltung. Finger schnippten, Hände klatschten, Füße wippten und jeder im Raum war ergriffen vom Zauber der Stimmen und des harmonisch aufeinander abgestimmten Zusammenspiels von Chor und instrumentaler Begleitung.

Ein unerwarteter Höhepunkt war das Hervortreten eines Zuhörers im Rollstuhl. Es war ihm ein starkes Bedürfnis sich beim Chor für Lieder, die ihm gleich mehrfach „Gänseschauer“ einjagten zu bedanken. Gleichzeitig gelang es ihm, uns allen im Raum seine „gute Nachricht“ zu verkünden und das Publikum tief zu berühren: Er berichtete über seinen Weg,  der ihn Gott näher brachte. Man hatte einen stattlichen, breitschultrigen, jungen Mann vor uns. Einst war er 1,90m groß, nun, wie er sagte, auf 1,52 m „geschrumpft“ .Der Redner war der einzige  Überlebende eines  Flugzeugabsturzes – totgesagt, lange im Koma gelegen und dann wieder ins Leben zurückgekehrt. Nicht mit Zorn, nicht mit Groll über die Querschnittslähmung,  die erduldeten Schmerzen oder das Leben im Rollstuhl, nicht mit der Frage „Warum ich?“ Er ist dankbar für sein Überleben, das ihm zeigte, dass Gott mit ihm noch Pläne hat, dankbar, dass er durch das, was ihm widerfahren ist, die Frau seines Lebens gefunden hat. Ein junger Mann, der nicht mit dem Schicksal hadert, mehr Sport macht, als so mancher „Fußgänger“, sich über das Leben freut und noch viele großartige Pläne hat. Er hat verstehen lassen, was gospel & more durch seine Lieder verkündet:  die zentrale Botschaft des Gospels - Leid und Schmerz in etwas Gutes, Kraft und Perspektive Gebendes verwandeln, Lebensfreude zurückgewinnen und weitergeben, sich von Liebe und Dankbarkeit tragen lassen.

Ein weiteres Highlight war die grandiose Interpretation von „Kyrie Eleison“ von Jill Nordin mit instrumentaler Begleitung von Querflöte (Sarah Weigele), Flügel (Trevor Wood), Schlagzeug (Daniel Fernandez) und Gitarre (Rudolf Kopp ). All diese Musiker leisteten einen bedeutenden Beitrag zum Gelingen dieses grandiosen Musikevents in der Friedenskirche. Der klare Klang und das perfekte Zusammenspiel der Musiker, sowie der Chormitglieder untereinander und mit der musikalischen Begleitung zeugten von hoher Professionalität und intensiver Probearbeit.

Das Publikum dankte durch langanhaltenden Beifall für den großartigen Auftritt. Mit der Zugabe „Every Praise“ verabschiedete sich der Chor singend und mischte sich unter das schon seit „Happy Day“ stehende, tanzende Publikum. Ein berührendes Finale eines großartigen Abends.

Nach dreißig Jahren sind sie nun gewachsen und älter, in ihrem Wirken anspruchsvoller, doch Spaß am Singen haben sie allemal: gospel & more. Wer sie einmal im Konzert erlebt hat, kommt wieder. Für alle Fans und für jene, die es noch werden könnten gilt: gospel & more. treten wieder auf: am 17. März um 19:00 Uhr findet in der Nersinger Gemeindehalle am Rathausplatz das Jubiläumskonzert statt.

Kommentare

von Gast am 02.02.2018, 11:02
Ja, super Artikel und Bild(er) sehr schön und wird gut sein fürs Jubiläum..