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Lindau: Neunjähriges Mädchen tot in Wohnung aufgefunden - Mutter unter Tatverdacht / update vom 15. September: Haftbefehl gegen Mutter erlassen

Am heutigen Mittwoch wurde in einem Mehrfamilienhaus in Lindau am Bodensee ein neun Jahre altes Mädchen tot aufgefunden. Die Mutter des Kindes befand sich ebenfalls in der Wohnung und wurde in lebensbedrohlichem Gesundheitszustand in ein Krankenhaus eingeliefert.

Am heutigen Mittwoch wurde in einem Mehrfamilienhaus in Lindau am Bodensee ein neun Jahre altes Mädchen tot aufgefunden. Die Mutter des Kindes befand sich ebenfalls in der Wohnung und wurde in lebensbedrohlichem Gesundheitszustand in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Schulleitung meldete der Polizei Lindau das Mädchen als vermisst, nachdem dieses am heutigen Mittwoch nicht zum Unterricht erschienen war. Beamte der Polizei Lindau öffneten daraufhin die Wohnung.

Dabei fanden sie die Neunjährige leblos in der Wohnung. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Mädchens feststellen.

Zur Feststellung der Todesursache des Mädchens ordnete das Amtsgericht Kempten auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft eine gerichtsmedizinische Untersuchung an, deren Ergebnis in den nächsten Tagen erwartet wird. Die Kriminalpolizei Lindau hat die Ermittlungen übernommen. 

Nach derzeitigem Erkenntnisstand liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass Mutter und Tochter einem Gewaltverbrechen, verübt durch Dritte, zum Opfer gefallen sind. Vielmehr lassen Hinweise in der Wohnung darauf schließen, dass die Mutter des Kindes für dessen Tod verantwortlich sein könnte.

update 15. September: Die Lindauer Polizei wurde gestern (14. September 2016) Vormittag von der Schulleitung über das Fehlen der Grundschülerin informiert, nachdem diese am Dienstag und Mittwoch nicht zur Schule erschienen war. Ebenso ging eine besorgte Mitteilung der Arbeitsstelle ein, an der die 47-jährige Mutter des Mädchens nicht erschienen war. Unter Hinzuziehung der Lindauer Feuerwehr erbrachte die Überprüfung der Polizeibeamten am Mehrfamilienhaus im Stadtteil Reutin Hinweise auf hilflose Personen in der Wohnung im 3. Stock, weshalb die Wohnungstüre zwangsweise geöffnet werden musste.

Darin fanden die Beamten das bereits verstorbene Mädchen und deren nicht mehr ansprechbare Mutter auf. Sie befand sich durch eigene überdosierte Tabletteneinnahme in einem äußerst kritischen Gesundheitszustand und wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Zwischenzeitlich ist sie auf dem Wege der Besserung, ansprechbar und vernehmungsfähig, machte bislang aber keine Angaben.

Sofort begann die Lindauer Kriminalpolizei mit ihren Ermittlungen und der Spurensicherung. Dabei ergaben sich keine Anhaltspunkte auf ein widerrechtliches Eindringen in die Wohnung oder sonstige Gewalteinwirkung Unbekannter zum Nachteil der beiden Personen. Vielmehr ergaben sich Hinweise, dass die Mutter für den Tod ihres Kindes verantwortlich sein könnte, weshalb zur Klärung der Todesursache eine gerichtsmedizinische Untersuchung angeordnet wurde.
Diese wurde heute Vormittag durch das Rechtsmedizinische Institut in Ulm durchgeführt. Sie verdichtete die Anhaltspunkte, dass das Mädchen durch Ersticken mit einem weichen Gegenstand gestorben ist.

Aufgrund des derzeitigen Ermittlungsstandes legt die Kemptener Staatsanwaltschaft der 47-jährigen Mutter ein vollendetes Tötungsdelikt zur Last und ordnete die Vorführung vor die Haftrichterin beim Amtsgericht Memmingen an. Diese erließ einen Untersuchungshaftbefehl wegen dem dringenden Tatverdacht des Totschlags. Die Frau wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Hintergrund der Tat dürfte nach jetzigem Kenntnisstand eine schwere familiäre Belastungssituation gewesen sein.