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Vortrag: Verschleißerkrankungen des Hüftgelenkes – Therapieoptionen von der Physiotherapie bis zur Endoprothese – wann ist ein Gelenkersatz ratsam?

5. Februar 2020 | 19:30

Vortrag von Dr. Matthias Teufel, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und spezielle orthopädische Chirurgie aus der Gemeinschaftspraxis Dres. El Masry, Öz, Nigg und Teufel und Hauptoperateur des Endoprothetik-Zentrums der Wertachkliniken, am 5. Februar um 19.30 Uhr in der Singoldhalle Bobingen, Willi-Ohlendorf-Weg 1

Eintritt frei

 

Dauerhafte Überlastungen, beim Sport oder im Beruf, erhöhen den Verschleiß des Hüftgelenks. Auch entzündliche Gelenkerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Unfälle und Fehlstellungen können zu einem erhöhten Verschleiß und damit zu einer Hüftgelenks-Arthrose führen. Meist beginnen die Beschwerden beim Gehen und Stehen, später können sie auch im Sitzen und sogar beim Liegen auftreten. Dr. Matthias Teufel informiert darüber, wie man den Verschleiß verringern und was man gegen die Schmerzen tun kann – und wann welche Therapie wirklich sinnvoll ist.

Mit zunehmendem Alter zwickt es hier und zwackt es dort. Wann sollte man mit Schmerzen im Hüftgelenk zum Arzt gehen?

Dr. Teufel: Grundsätzlich sollte man einen Facharzt aufsuchen, wenn leichte Schmerzen im Hüftbereich anhaltend immer stärker werden und die Gehstrecke eingeschränkt ist, beziehungsweise neben Belastungsschmerzen auch Ruheschmerzen auftreten. Eine häufige Ursache für die Beschwerden ist ein Knorpelverschleiß, also die sogenannte Arthrose. Aber auch Erkrankungen der Wirbelsäule, Entzündungen von Sehnen oder Schleimbeuteln und Durchblutungsstörungen können für die Schmerzen im Hüftbereich verantwortlich sein. Für die richtige Behandlung ist es also wichtig, zuerst die genaue Ursache festzustellen.

Wie kann man feststellen, welche Ursache die Schmerzen tatsächlich haben?

Dr. Teufel: Ein fachkundiger Arzt kann durch eine körperliche Untersuchung und Röntgenbilder oder gegebenenfalls auch MRT- und Ultraschalluntersuchungen die tatsächliche Ursache herausfinden und diese dann gezielt behandeln.

Kann man durch eine frühe Diagnose die Arthrose verhindern oder besser behandeln?

Dr. Teufel: In vielen Fällen entstehen die Beschwerden aufgrund von bereits länger bestehenden, anlagebedingten oder im Laufe des Lebens erworbenen Fehlstellungen. Aufgrund dieser Fehlstellung treten in bestimmten Zonen des Gelenkes Belastungsspitzen auf, beispielsweise wenn Hüftpfanne und Hüftkopf nicht formschlüssig sind. Der Knorpel, der für die Gleitfähigkeit verantwortlich ist, verschleißt dann stärker. Und wenn dann Knochen direkt auf Knochen reibt, kann das sehr schmerzhaft sein. Es gibt Fehlstellungen, die sollten bereits im Kindesalter behandelt werden. Außerdem können Gewichtsreduktion und schonender Sport das Fortschreiten einer Arthrose verlangsamen.

Was kann man bei einer bestehenden Arthrose tun und wann ist ein künstliches Hüftgelenk sinnvoll beziehungsweise tatsächlich notwendig?

Dr. Teufel: Eine beginnende Arthrose kann man normalerweise mit Physiotherapie, Medikamenten oder Injektionen von Hyaluronsäure und PRP, also Eigenblutplasma, gut in den Griff bekommen. Aber wenn auch in Ruhe dauerhaft Schmerzen bestehen, die zudem auch die Gehfähigkeit stark einschränken, bleibt meist nur der Ersatz des Hüftgelenks. Dabei müssen selbstverständlich die individuellen Vorerkrankungen und das persönliche Operations- und Narkoserisiko des Patienten berücksichtigt werden, um für jeden Patienten die bestmögliche Lösung zu finden.

Wie sieht ein künstliches Hüftgelenk aus?

Dr. Teufel: Ein künstliches Hüftgelenk besteht aus einer Hüftpfanne, die im Becken eingesetzt wird, sowie einem Hüftkopf und einem Schaft, die im Oberschenkel verankert werden. Die Komponenten werden im Knochen „zementfrei“ verklemmt oder sie werden „zementiert“, also mit dem Knochen verklebt. Die Entscheidung, zu welcher Art der Prothese gegriffen wird, hängt von individuellen Gegebenheiten wie der Knochenfestigkeit und den anatomischen Gegebenheiten ab. Deshalb werden bereits vor der Operation mit Hilfe einer speziellen Röntgenaufnahme in einer Computersimulation die für den Patienten passenden Modelle ausgewählt.

Gibt es die Arthrose auch an künstlichen Gelenken? Das heißt, wie lange hält so ein künstliches Gelenk? Kann man es ersetzen?

Dr. Teufel: Als Arthrose bezeichnet man grundsätzlich den Verschleiß des Gelenkknorpels. Ein künstliches Hüftgelenk hat keinen Knorpel, eine Arthrose im eigentlichen Sinne kann also nicht auftreten. Aber auch bei künstlichen Gelenken gibt es einen Verschleiß durch den mechanischen Abrieb des Gleitlagers. Außerdem kann sich das Implantat durch Veränderungen der Knochenstruktur mit der Zeit lockern. Bei den von uns eingesetzten und seit Jahrzehnten bewährten Hüftprothesen kann bei komplikationslosem Verlauf und schonendem Umgang mit der Hüftprothese von einer Standzeit von circa 20 Jahren ausgegangen werden.

Das Halten des Normalgewichtes, leichter Sport, gezielte Gymnastik und die Vermeidung von Stoßbelastungen verlängern die Lebensdauer der Prothese.

Foto: Dr. Matthias Teufel, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und spezielle orthopädische Chirurgie aus der Gemeinschaftspraxis Dres. El Masry, Öz, Nigg und Teufel und Hauptoperateur des Endoprothetik-Zentrums der Wertachkliniken

Fotonachweis: Matthias Baumgartner

 

Details

Datum:
5. Februar 2020
Zeit:
19:30
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